01.08.2021 – 00:17

Zusammenfassung des Spendenauslieferung

Wie schon in einem vorherigen Post gesehen, sind wir mit einem fantastischen Team am Samstagmorgen gegen 5:30 aus Hasbergen gestartet.

Ein klein wenig ausholen müssen wir dann aber doch. Am Freitagmorgen ging es um 6:30 schon los mit dem letzten Organisatorischen Ablauf zu planen und die Fahrzeuge zu beladen. Im laufe des Freitags wurden also zwei 7,5t LKW´s und 3 Bullis mit Anhänger beladen. Anschließend wurden alle Fahrzeuge vollgetankt und Startklar gemacht. Für die ganzen Bemühungen und „Pack“-arbeiten geht ein dickes Dankeschön an Dennis Meyer, Stefan Spach und Manfred Meyer, natürlich aber auch an allen anderen die immer mal wieder mit Ihrer Hilfe dabei waren!!!

Somit ging es also am Samstagmorgen wie geplant mit „alle Mann an Board“ los Richtung Hochwassergebiet. Wir haben unzälige Stunden und Telefonaten zwei Abladestellen ausfindig machen können, wo wir sicher waren, dass es da ankommt, wo wir es wollten. Die Verteilzentren waren teilweise schon überfüllt und kleinere Ortschaften wurden leider manchmal etwas vergessen.

Gegen 9 Uhr morgens kamen wir also an unserer ersten Station in Leichlingen an. Dort haben wir eine große Menge an Heu abgeliefert. In Gesprächen mit der Betroffenen Frau Schwarz wurde uns von den dramatischen Stunden rund um Ihre Pferde berichtet. „Es regnete und regnete, das Wasser stieg und stieg. Wir haben uns irgendwann dazu entschlossen die Pferde zu verladen und an einen sicheren Ort zu bringen, doch das Wasser kam so schnell, dass es zu diesem Zeitpunkt schon fast kniehoch war. Nach einer Rettungsaktion über fast 3 Stunden mit der Feuerwehr konnten wir die verstörten Tiere bergen und an einen sicheren Ort bringen“Wir auch auf den Bildern zu sehen ist stand das Wasser Brusthoch, also ca. 1,5m hoch. Weiter im Gespräch haben wir erfahren, dass die Tage drauf der Stall nur mit schwimmend mit Badehose erreicht werden konnte. Nach ca. 5 Tagen konnten sie mit den Aufräumarbeiten anfangen und nach ca. 2,5 Wochen sind die Pferde einen Tag vor unserer Ankunft wieder eingezogen. Die Arbeit ist aber noch lange nicht vorbei, Zäune müssen weiterhin NEU aufgebaut werden und alles gesichert werden. Wir wünschen euch alles gute weiterhin und bleibt Stark!!!

Danach ging es weiter Richtung Stolberg Vicht. Leider gab es ein paar kleinere Anreiseschwierigkeiten, aber gegen ca. viertel vor 12 fuhren wir in die kleine 1000. Einwohner großen Seelengemeinde ein. Im Ortseingang waren wir uns des Ausmaßes noch gar nicht bewusst. Wir fuhren also eine Straße weiter Richtung Sporthalle und Pfarrgemeidezentrum, wo man uns schon erwartete. Dort wurde zu unsern erstaunen in kurzer Zeit von den Anwohnern ein „Notfallzentrum“ aufgebaut. Hier gab es warme Mahlzeiten, Getränke, Kuchen, Bratwurst und natürlich auch Sachspenden, Werkzeug und alles was man zum Leben benötigt.Dann ging es für uns auch ans Abladen. Die Leute strömten nur so zu uns hin und wir konnten gar nicht so schnell gucken und unsere Fahrzeuge waren in Windeseile abgeladen. Ich habe in ganz langen Gesprächen mit den Verantwortlichen und einer „Ortsbegehung“ so einiges hören und sehen müssen. Was den Menschen dort widerfahren ist war kaum vorstellbar und so einiges hat uns ziemlich geschockt. Sätze wie, „dort an dieser Laterne klammerte sich ein Mann, das THW und die Helfer konnten nicht zu ihm durchdringen, plötzlich ließ er los und wurde mitgerissen. Noch wird er als Vermisster des Dorfes gesucht aber die Hoffnung ist leider sehr klein“, haben uns die Augen geöffnet was den Menschen vor Ort wirklich widerfahren sein muss. Etliche Häuser, die Rechts und Links an der Hauptstraße runterführten, waren in Höhen von 3 Metern am Gebäude beschädigt. Ausbrüche aus der Hauswand und Garagen die halb abgerissen wurden machten das Aussaß noch Bewusster.

Unser Kontakt vor Ort, Herr Winterscheid sagte uns, dass aufwärts der Straße zwei Sägewerke stehen und als die Flut kam diese überflutet wurden und das gesamte Stammmaterial und Holzlager leergespült hat, welches dann natürlich die Dorfstraße hinuntergespült wurde. Vorstellung die uns echt schockierten. Als wir eine Stärkung zu uns nahmen kamen einige Helfer an uns vorbei die eine „Zwangspause“ einlegen mussten, auf Nachfragen sagte man uns, dass im Flussbett eine Nachkriegsbombe angespült wurde, die entschärft werden muss.

Wir durften sogar mit Herrn Winterscheid und einem weiteren Verantwortlichen mit in ein Gebäude einer betroffenen jungen Familie. Diese sagten uns „wir haben unser letztes erspartes geopfert und dieses Haus vor ca. 4 Monaten gekauft, jetzt ist alles weg“. Das Haus stand am Ende der Dorfstraße, genau dort wo die Straße einen Knick machte und somit die ganze Flutwelle auf das Haus schlug. Dort stand das Wasser bis 40cm Hoch in der ersten Etage. Dieses Haus war komplett zerstört und wahrscheinlich hilft hier nur ein Abriss und Neuaufbau, der für die junge Familie aber niemals finanziell stemmbar ist.

Die Dorfgemeinde hat sich eng zusammengeschlossen und hat viel aufgebaut und erreicht in den knapp 2,5 Wochen nach der Flut, aber es liegt wie auch in vielen vielen anderen Orten noch sehr viel Arbeit vor Ihnen. Straßen wurden einfach unterspült, Bürgersteige sind teilweise jetzt ein 1,5 Meter tiefes Loch und Häuser können teilweise nur noch abgerissen werden.

Ein Tag der uns trotz unserer Aktion tief betroffen haben und auch sehr berührt haben. Wir hoffen, dass alle Beteiligten viel Kraft haben, um das zu meistern.

Wir danken nochmals dem ganzen Team beider Spendenaktionen: Dennis, Michelle, Manfred, Stefan, Ina, Anne, Thomas, Thorsten, Natascha, Siegfried, Claudia, Sven, Britta, Marcel, Ardal, Fuat und David. Ohne euch alle und selbstverständlich ohne EUCH die vielen Tatkräftigen Spender hätten auch wir das nicht möglich machen können.

DANKE AN ALLE!!!!

Hier nochmal alle wichtigen Fakten zusammengefasst von der Spendenlieferung am 18.07 und gestrigem Samstag:

Ca 14000L Trinkwasser

Ca 2,5T Heu

Etliche Kartons mit Hygieneartikel, rezeptfreien Medikamenten, Tierfutterbedarfe

Ganz ganz ganz viel Werkzeug, Einmalanzüge und Handschuhe

Vielen Dank auch für das stellen der Fahrzeuge:

Tischlerei Bussmann

Autohaus Peter Wieland

Fa. Gautzsch

Stefan Spach (Außendienst Fa. Förch)

Fa. Siegfried Hoffmeister

Spendenlieferung Teil 2

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